{"id":114,"date":"2017-08-10T15:19:15","date_gmt":"2017-08-10T13:19:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vornheder.de\/?p=114"},"modified":"2020-07-11T11:33:37","modified_gmt":"2020-07-11T09:33:37","slug":"selbstbild-fremdbild-menschenbild","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vornheder.de\/?p=114","title":{"rendered":"Selbstbild\/ Fremdbild = Menschenbild"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"font-family: georgia, palatino, serif;\"><strong>Die Pr\u00e4gung des eigenen Weltbildes Auswirkung auf die eigene Rolle und die Handhabung des beruflichen Alltags.<\/strong><\/span><\/p>\n<h2><strong><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Einleitung<\/span><\/strong><\/h2>\n<p>Seit etwa 15 Jahren arbeite ich als Ausbilder in der beruflichen Bildung mit lernbehinderten Rehabilitanden die ich in der Folge als Teilnehmer bezeichnen werde. In dieser Zeit war es f\u00fcr mich regelm\u00e4\u00dfig zu beobachten, dass Ausbilder in diesem Bereich den Anspruch erhoben, der Teilnehmer m\u00fcsse ihrer Vorstellung von Normalit\u00e4t entsprechen, sonst tauge er nichts. Vom Teilnehmer wird also abverlangt das er seine eigene Welt verl\u00e4sst und die des Ausbilders betreten soll obwohl dieser Prozess wohl umgekehrt verlaufen sollte. <!--more-->Diese Beobachtungen motivieren mich dazu, mich im Zuge dieser Abschlussarbeit mit dem Thema auseinander zu setzen. Ich werde im Rahmen dieser Arbeit versuchen zu kl\u00e4ren woher das Selbstbild kommt, wie daraus ein Menschenbild entsteht und welche Ph\u00e4nomene auf der interpersonalen Ebene wirken.<\/p>\n<h2><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\"><strong>Eine lyrische Hinleitung zum Thema<\/strong><\/span><\/h2>\n<p><strong>Das Korsett<\/strong><\/p>\n<p>Einst aus einem geboren ohne selber eines zu tragen,<br \/>\nwei\u00df ich heute, es ist immer so.<\/p>\n<p>Man erblickt das Licht der Welt ganz ohne ein Korsett.<\/p>\n<p>Umgeben von Korsetten und trotzdem frei und unbefangen,<br \/>\nvoller Tatendrang und Entdeckergeist war in dieser Welt fast alles m\u00f6glich.<\/p>\n<p>Wie M\u00fcnchhausen sich aus dem Sumpfe zog, so lernte ich das Laufen.<\/p>\n<p>So einfach, ich packte mich am Kragen und zog mich hoch,<br \/>\num mich fortan auf zwei Beinen in der Welt zu bewegen.<\/p>\n<p>Umgeben von Korsetten in einer immer gr\u00f6\u00dfer werdenden Welt,<br \/>\nvoller Tatendrang und Entdeckergeist war in dieser Welt fast alles m\u00f6glich.<\/p>\n<p>Es dauerte wohl nicht lange, da trug ich selber eines, ein Korsett nat\u00fcrlich.<\/p>\n<p>Ganz leicht und luftig, noch nicht geschn\u00fcrt merkte ich es kaum.<\/p>\n<p>Umgeben von Korsetten in einer immer noch gr\u00f6\u00dfer werdenden Welt,<br \/>\nvoller Tatendrang und Entdeckergeist war in dieser Welt noch vieles m\u00f6glich.<\/p>\n<p>Die Schn\u00fcrung wird fester, ich konnte es f\u00fchlen, es behagte mir nicht.<\/p>\n<p>Es kneift, es zwickt das Korsett, in Erwartung auf Besserung erduldete ich es.<\/p>\n<p>Umgeben von Korsetten in einer noch gr\u00f6\u00dfer werdenden Welt,<br \/>\nmit Tatendrang und Entdeckergeist war in dieser Welt noch immer vieles m\u00f6glich.<\/p>\n<p>Das Korsett an meinem Leib die Schn\u00fcrung wird fester.<\/p>\n<p>Es formt und schr\u00e4nkt mich ein. Ich erdulde es in Hoffnung auf Gutes.<\/p>\n<p>Umgeben von Korsetten in einer ziemlich gro\u00dfen Welt,<br \/>\nmit Tatendrang und Entdeckergeist ist in dieser Welt doch vieles m\u00f6glich.<\/p>\n<p>Alle tragen eines, ein Korsett. Die einen ertragen es wie ich,<br \/>\ndie anderen lieben es, ich kann es kaum verstehen.<\/p>\n<p>Sie nutzen es, um ein gutes Bild abzugeben, oder die Welt zu verbessern.<\/p>\n<p>Sie hassen oder lieben es. Des einen Pein, des anderen Lust.<\/p>\n<p>Umgeben von Korsetten in einer sehr gro\u00dfen Welt,<br \/>\nmit viel Tatendrang und Entdeckergeist ist in dieser Welt doch einiges m\u00f6glich.<\/p>\n<p>Ich habe es studiert, versuche zu verstehen, habe Wege und M\u00f6glichkeiten entdeckt.<\/p>\n<p>Ein bisschen Zupfen hier, ein wenig Schieben dort, die Schn\u00fcrung gelockert.<\/p>\n<p>Nun passt es in diese oder eine andere Welt.<\/p>\n<p>Umgeben von Korsetten in einer gro\u00dfen und anders werdenden Welt,<br \/>\nmit dem Verstehen und Akzeptieren ist in dieser Welt doch einiges m\u00f6glich.<\/p>\n<p>Ich studiere es, versuche zu verstehen.<\/p>\n<p>Die Welt ist so gro\u00df, oder klein. Viele brauchen ihr Korsett um nicht verloren zu<br \/>\ngehen, manche auch aus anderen Gr\u00fcnden.<\/p>\n<p>Umgeben von Korsetten in einer wirklich sehr gro\u00dfen Welt,<br \/>\nmit dem Anerkennen und viel Entdeckergeist wird in dieser Welt noch mehr m\u00f6glich.<\/p>\n<p>Wir alle tragen eines und sind uns \u00e4hnlich und doch sehr unterschiedlich.<\/p>\n<p>Meines erkunde ich weiterhin, auf deines bin ich \u00a0weiterhin neugierig.<\/p>\n<p>Das Korsett\u00a0 (Vornheder, 2011, S.1-3)<\/p>\n<h2><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\"><strong>Das Selbst<\/strong><\/span><\/h2>\n<p>Dieses Kapitel wird sich im Kern damit besch\u00e4ftigen was das Selbst ist und wie sich eine Pers\u00f6nlichkeit entwickelt. Es geht im Wesen nicht um die komplexen Theorien Freuds oder Rogers sondern nur um die Kernaussagen im Bezug auf das Selbst.<\/p>\n<p>Das Selbst ist zun\u00e4chst als das zu betrachten was eine Person ausmacht, es besteht aus den Gedanken und \u00dcberzeugungen die diese Person \u00fcber sich selbst hat. Seine Biographie, sein Wissen und seine Erfahrungen.<\/p>\n<p>Ein gro\u00dfer Teil unseres \u201eSelbst\u201c ist uns nicht bewusst. Sigmund Freud nutzte schon sein Schichtenmodell um das darzustellen. In Anlehnung daran wird heute das sogenannte Eisbergmodell zum visualisieren dieser Anteile verwendet.<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>Das Eisbergmodell in Anlehnung an das Schichtenmodell<\/strong><\/p>\n<p><strong>\u00a0<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone  wp-image-124\" style=\"border-style: none;\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/eisbergmodell.png\" alt=\"\" width=\"659\" height=\"495\" \/><\/strong><\/p>\n<p>Der Fokus soll an dieser Stelle aber nicht auf den Inhalten des abgebildeten Modells liegen. Es soll lediglich dabei helfen den gro\u00dfen Unterschied\u00a0 zwischen den Bewussten (10 &#8211; 20%) und den Unbewussten (80 &#8211; 90%) \u00a0Anteilen des Selbst zu erkennen.<\/p>\n<h3><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\"><strong>Drei\u00a0 Instanzen des Selbst <\/strong><\/span><\/h3>\n<p>Die Begriffe des Es, Ich und \u00dcber-Ich, sind mittlerweile sind in die Alltagssprache eingegangen. Seine psychologischen Untersuchungen f\u00fchrten Freud zur Annahme von drei Bereichen oder Systemen des Psychischen. Diese unterscheiden sich in ihrer Funktion und, damit zusammenh\u00e4ngend, inwieweit sie bewusst sind und ob es sich um angeborene biologische Triebe oder um kulturell vermittelte Motive handelt.<\/p>\n<p>Das Es ist der gegebene, der biologische Anteil des Selbst. Bei dem Es handelt es sich um die uns angeborenen biologischen Triebe die nach Befriedigung dr\u00e4ngen. Diese Es wohnt uns von der Au\u00dfenwelt abgeschnitten inne, scheint aber unsere wesentliche Triebfeder zu sein.<\/p>\n<p>Aus diesem Es bildet sich im direkten Kontakt nach au\u00dfen, also aus den \u00e4u\u00dferen Reizen, das Ich heraus. Dieses Ich stellt einen Bezug zur Realit\u00e4t her, es ist als die Instanz zu verstehen, die die Triebe des Es \u00fcberpr\u00fcft. Das ich ist in diesem Sinn als die Instanz zu verstehen, die daf\u00fcr verantwortlich ist ob ein Bed\u00fcrfnis sofort befriedigt wird, aufgeschoben oder gar vermieden wird. Gleichwohl ist das Ich als die Instanz zu verstehen, die pr\u00fcft ob die Befriedigung eines Triebes m\u00f6glicherweise gef\u00e4hrlich ist und verhindert werden muss.<\/p>\n<p>Das Ich bildet sich in der fr\u00fchen Kindheit zwischen Geburt und etwa dem sechsten Lebensjahr heraus. Die Entwicklung des Ich erfolgt in verschiedenen Stadien die nach Freud besonders st\u00f6ranf\u00e4llig sind. Da die Entwicklungstheorie Freuds den Rahmen dieser Arbeit sprengen w\u00fcrde soll sie hier nur sehr kurz angerissen werden um die Beschreibung des Ich zu verdeutlichen.<\/p>\n<p>Diese Phasen sind die orale Phase in der eine Person den Bed\u00fcrfnisaufschub lernt. Die narzistische Phase in der sie die Objektbeziehung in eine Subjektbeziehung wandelt und f\u00fcr die Qualit\u00e4t von Selbstbeziehung und Fremdbeziehungen verantwortlich ist. In der Analen Phase entwickelt sich ein Ordnungs- und Sauberkeitssinn. In der \u00f6dipalen Phase entwickelt Faktoren die sich rund um das eigene Geschlecht, die Sexualit\u00e4t und die Geschlechterrollen drehen. Zwei weitere Phasen, die Latenzphase und die Genitale Phase sollen hier zumindest noch namentlich erw\u00e4hnt werden.<\/p>\n<p>Das Es und das Ich sind Instanzen die gleichauf nach sofortiger Befriedigung verlangen. Sie sind Triebfedern die sich in zwei unterschiedliche Richtungen bewegen. Das Es ist demnach auf sofortigen Lustgewinn und das Ich auf Sicherheit aus, es besteht also eine gro\u00dfe Ambivalenz.<\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus gibt es nach Freud noch eine dritte Instanz, das \u00dcber-Ich. W\u00e4hrend sich das Ich als nahezu geschlossene Instanz in den fr\u00fchen Lebensjahren herausbildet, entwickelt sich das \u00dcber-Ich in einem erweiterten sozialen Kontext. Das \u00dcber-Ich entwickelt sich in verschiedenen Zusammenh\u00e4ngen, unter anderem unter kulturellen, gesellschaftlichen, religi\u00f6sen, politischen und normativen Einfl\u00fcssen.<\/p>\n<p>Das \u00dcber-Ich ist als die Instanz zu verstehen, die das Spannungsfeld zwischen Es und Ich reguliert. Das bedeutet, dass das \u00dcber-Ich reguliert ob in einer bestimmten Situation, in einem bestimmten Rahmen das Es mit seiner Treibbefriedigung oder das Ich mit seinem Sicherheitsbed\u00fcrfnis zum Zuge kommt. Es wirkt sozusagen als die moralische Instanz oder Richter in einem Lebensweltbezug, was ist in welcher Situation angemessen.<\/p>\n<p>Im Bezug auf das Selbst scheint das \u00dcber-ich der einzige Bereich, der mit einem Bewusstsein f\u00fcr die Funktion und den jeweiligen Rahmen, die Instanz ist, die f\u00fcr eine Person reflektierbar und ver\u00e4nderbar ist. Der Zugang zum Es und zum Ich, den beiden unbewussten Instanzen, ist demzufolge nur psychoanalytisch oder tiefenpsychologisch m\u00f6glich. (vgl. Freud, 1994, S.41- 102)<\/p>\n<h3><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\"><strong>Dynamik der Selbstaktualisierung <\/strong><\/span><\/h3>\n<p>Nachdem die Theorie Freuds anmuten l\u00e4sst, dass das Selbst in gewisser Relation, zumindest im Kontext des Es und des Ich eine nahezu statische Gr\u00f6\u00dfe ist, beschreibt Rogers das Selbst als eine dynamische auf Weiterentwicklung bezogene Gr\u00f6\u00dfe.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Beschreibung der Entwicklung des Selbst nutzt Rogers die Theorie der Selbstaktualisierung. Der Ansatz der Selbstaktualisierung ist grunds\u00e4tzlich \u00fcberall in der Natur vorzufinden. Rogers beschreibt sie als organismisch, das hei\u00dft, dass diese Tendenz jedem Organismus innewohnt.<\/p>\n<p>Grunds\u00e4tzlich ist erst einmal davon auszugehen, dass ein gesunder Organismus jede Information, die er bekommt, f\u00fcr seine Entwicklung nutzt. Das bedeutet im Umkehrschluss, wenn eine Person relevante Informationen erlangt, diese Person in der Lage ist, sich daraus weiter zu entwickeln. Weiterhin wird deutlich, dass die Entwicklung des Selbst als ein offener Prozess verstanden werden kann, der seine Grenzen im Zugang von Informationen findet.<\/p>\n<p>Rogers spricht in diesen Zusammenhang auch nicht von Pr\u00e4gung wie Freud, sondern von Entwicklung. Im Bezug auf das Selbst ist diese Entwicklung als ein Reifeprozess des Selbst zu verstehen. Einen reifen Selbst schreibt Rogers vor allen einen gro\u00dfen Erfahrungsschatz und einen hohen Grad der Spiritualit\u00e4t, dass hei\u00dft, ein Bewusstsein f\u00fcr das eigene Erleben und Handeln und den daraus resultierende Erfahrungen zu. Der Erfahrung r\u00e4umt er f\u00fcr die Entwicklung den h\u00f6chsten Wert ein, f\u00fcr sich selber sagt er, das er mit jedem Klienten er die gro\u00dfe M\u00f6glichkeit hat Erfahrung zu sammeln und sich mit diesen Erfahrungen zu entwickeln. Eine gro\u00dfe Pr\u00e4misse ist f\u00fcr ihn das \u00d6ffnen sich selbst gegen\u00fcber und das wirken lassen von innen m\u00f6glichst unabh\u00e4ngig von \u00e4u\u00dferen Einfl\u00fcssen. Diesem Wirken lassen kann zumindest im Zusammenhang der Reha-Ausbilder Ausbildung der emergente Bereich der Reflexion zugeschrieben werden.<\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus schreibt Rogers der sozialen Beziehung im Therapiekontext f\u00fcr diese Entwicklung einen gr\u00f6\u00dferen Wert zu als der Therapie an sich. Daraus kann gut abgeleitet werden, das eine qualitativ gute Beziehung zum Teilnehmer besonders im Rahmen der Reha-Ausbildung ein ad\u00e4quates F\u00f6rderinstrument sein kann. (vgl. Rogers , 2006 , S.31 ff.)<\/p>\n<h2><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\"><strong>Versuche ein generelles Menschenbild zu zeichnen<\/strong><\/span><\/h2>\n<p>Wahrscheinlich seit der Mensch sich mit sich selbst und seinem Wirken besch\u00e4ftigt, stellt er sich wohl die Frage nach dem, was richtig oder falsch, was gut oder schlecht ist. Was zun\u00e4chst eine rein philosophische Fragestellung war, geht etwa im 17. Jahrhundert in andere Disziplinen, insbesondere der Psychologie, \u00fcber. Wie im nachfolgenden Schaubild dargestellt, entwickeln sich Theorien \u00fcber ein generell positives oder negatives Menschenbild. Diese Menschenbilder beziehen sich aber nicht auf individuell entwickelte Eigenschaften eines Menschen, sondern auf eine generelle Veranlagung des Menschen.<\/p>\n<p>Auff\u00e4llig ist, dass sich die Kernaussagen \u00fcber Jahrhunderte decken. Allerdings ist eine unterschiedliche sprachliche Ausdrucksforme zu bemerken, die vermutlich im Sprachgebrauch der entsprechenden Zeit begr\u00fcndet liegt. Dar\u00fcber hinaus scheint es so, dass das pessimistische Menschenbild den triebhaften Menschen, der auf Befriedigung seiner Bed\u00fcrfnisse aus ist, beschreibt, w\u00e4hrend das optimistische Menschenbild von einem reflexiven, entwicklungsf\u00e4higen Menschen zeugt.<\/p>\n<p><strong>Wissenschaftliche Menschenbilder <\/strong><\/p>\n<p><strong>\u00a0<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-large wp-image-123\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/wissenschaftliche-Menschenbilder-1024x987.png\" alt=\"\" width=\"646\" height=\"623\" \/><br \/>\n<\/strong><span style=\"font-size: 10pt;\"><em><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Quelle: http:\/\/www.grin.com\/object\/document.131361\/72cd7917d78fbdf4e0f69ad5eee1f6ec_LARGE.png<\/span><\/em><\/span><\/p>\n<p>Vermutlich wird es nie eine konkrete Antwort auf die Frage, ob der Mensch nun gut oder schlecht ist, geben.<\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus werden in den verschiedensten Zusammenh\u00e4ngen Menschenbilder entworfen. Es gibt unter anderem religi\u00f6se, kulturelle und politische Menschenbilder. Was hier auff\u00e4llt ist, dass in diesen Menschenbildern keine generelle Tendenz beschrieben wird, sondern vielmehr wie ein Mensch mit einer bestimmten Ausrichtung ist oder sein sollte. Diese Menschenbilder stehen immer in einem \u00fcbergeordneten Kontext \u00fcber dem pers\u00f6nlichen, individuellen Menschenbild.<\/p>\n<p><strong>Ein christliches Menschbild<\/strong><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-large wp-image-122\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/christliches-Menschenbild-1024x696.jpg\" alt=\"\" width=\"646\" height=\"439\" \/><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 10pt;\"><em><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Quelle: http:\/\/www.michael-tausch.de\/christl_menschenbild\/christl_menschenbild.jpg<\/span><\/em><\/span><\/p>\n<p>Politische \u00dcberzeugungen werden zum Beispiel das Menschenbild beeinflussen. So war w\u00e4hrend des Nationalsozialismus das Menschenbild in der deutschen Bev\u00f6lkerung ein v\u00f6llig anderes, als es heute ist. Auch wird sich ein christliches Menschenbild sicherlich von einem islamischen Menschenbild unterscheiden.<\/p>\n<p>Dieser Umstand bietet durchaus Konfliktpotential. Beispielsweise m\u00f6chte ein Ausbilder zum Einl\u00e4uten des Sommerurlaubes mit seinen Teilnehmern grillen. Im Islam gilt Schweinefleisch als unrein, Speisen f\u00fcr Teilnehmer mit einem islamischen Menschenbild m\u00fcssen auf einem gesonderten Grill zubereitet werden, sie d\u00fcrfen nicht mit Schweinefleisch in Ber\u00fchrung kommen. \u00c4hnlich verh\u00e4lt es sich m\u00f6glicherweise f\u00fcr eine Ausbilderin die mit einem m\u00e4nnlichen Teilnehmer etwas per Handschlag vereinbaren will. Diese f\u00fcr ein christliches Menschenbild v\u00f6llig normale K\u00f6rperlichkeit ist in dem islamischen Menschenbild f\u00fcr bestimmte Personengruppen nicht zul\u00e4ssig weil sie zu unreinen Gedanken f\u00fchren k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>\u00dcber diese generellen und normativen Menschenbilder hinaus konstruiert sich jeder Mensch auf der Grundlage seines Selbstbildes sein individuelles Menschenbild und sein Bild von einer Welt wie sie f\u00fcr ihn ist oder sein sollte.<\/p>\n<h2><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\"><strong>Menschenbild und Weltbild als Spiegel des Selbstbildes<\/strong><\/span><\/h2>\n<p>Das Selbstbild ist der ist der Inhalt des Selbst der von einer Person erkannt wird, folglich die bewussten Anteile des Selbst.<\/p>\n<p>Unser \u201eSelbstbild\u201c ist der Ma\u00dfstab f\u00fcr den Entwurf unseres Menschenbildes und des Weltbildes von der Welt in der wir uns bewegen. Das aus dem Selbstbild konstruierte Menschenbild ist unsere Vorstellung davon, was einen Menschen ausmacht, oder pr\u00e4ziser wie ein Mensch sein sollte. Das Menschenbild beschreibt das Wesen des Menschen. Es beinhaltet das, was den Menschen von der unbelebten Natur, von Pflanzen und Tieren unterscheidet.<\/p>\n<p>Dieses Menschenbild wenden wir dann auf den anderen an. Beispielsweise wird ein Ausbilder zu dessen Menschbild geh\u00f6rt, dass ein Mensch ordentlich und p\u00fcnktlich sein muss, bei seinem Auszubildenden ganz besonderen Wert auf Ordnung und P\u00fcnktlichkeit legen.<\/p>\n<p>Zum Menschenbild und Weltbild aber auch Selbstbild einer Person kann hier abschlie\u00dfend festgestellt werden, das es sich um ein normatives Konstrukt handelt dessen Ursprung in der Interpretation des Selbst begr\u00fcndet liegt.<\/p>\n<h3><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\"><strong>Ph\u00e4nomene im interpersonalen Kontext <\/strong><\/span><\/h3>\n<p>Wie vorangegangen schon angesprochen ist uns ein gro\u00dfer Teil unseres \u201eSelbst\u201c nicht bewusst. Trotz dieser gro\u00dfen unbewussten Anteile wirkt das aus unserem Selbstbild konstruierte Menschenbild auf soziale Kontexte, in diesem Rahmen besonders auf Ausbildungssituationen ein.<\/p>\n<p>F\u00fcr das Wirken \u201eunseres\u201c Menschenbildes bedeutet das, dass der kleinere Anteil uns sehr wohl bewusst und damit auch direkt beeinflussbar ist. Der weitaus gr\u00f6\u00dfere Anteil ist uns aber nicht bewusst, wirkt aber trotzdem auf die Ausbildungssituation ein. Das Eisbergmodell soll hier nochmals zum visualisieren der Gr\u00f6\u00dfe dieser Anteile verwendet werden.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-124\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/eisbergmodell.png\" alt=\"\" width=\"526\" height=\"395\" \/><\/p>\n<p>Die Theorien von \u00dcbertragung, Gegen\u00fcbertragung und Projektion gehen Freud zur\u00fcck. Diese Ph\u00e4nomene haben ihren Ursprung in der Psychoanalyse, finden heute aber aufgrund ihrer Bedeutung auf breiter Ebene Ber\u00fccksichtigung.<\/p>\n<p>Im Nachfolgenden werden diese Ph\u00e4nomene angerissen und anhand von Beispielen aus der Praxis aufgezeigt<\/p>\n<h4><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\"><strong>\u00dcbertragung<\/strong><\/span><\/h4>\n<p>\u00dcbertragung beschreibt einen Vorgang bei dem unbewusste Einstellungen, Gef\u00fchle, und W\u00fcnsche nicht als ein Teil der Kindheit erinnert werden. Bei einer \u00dcbertragung werden diese Aspekte real im Kontakt mit anderen Personen erlebt. (vgl. Freud, 1994, S.70 ff.)<\/p>\n<p>Ein Teilnehmer sieht beispielsweise in seinem Ausbilder die Person seines Vaters und verh\u00e4lt sich dem Ausbilder gegen\u00fcber entsprechend. Auf der unbewussten Ebene wird der Auszubildende alte Situationen wiederherstellen und sich dem Ausbilder gegen\u00fcber so verhalten als wenn es der Vater w\u00e4re. Der Ausbilder wird dann nicht so wahrgenommen wie er wirklich ist, sondern er wird als die Person des Vaters wahrgenommen und auch so behandelt.<\/p>\n<p>Ein recht gutes Beispiel biete m\u00f6glicher weise folgende Situation. Ein Reha-Auszubildender zum Bau- und Metallmaler bekommt den Auftrag eine Wandfl\u00e4che zu beschichten. W\u00e4hrend seiner Ausbildung hat er schon gelernt die Bearbeitung dieses Auftrages zu planen und die Arbeiten planvoll und strukturiert durchzuf\u00fchren. Er braucht also wenig Assistenz. Trotz der Kenntnisse des Teilnehmers hat der Ausbilder das Bed\u00fcrfnis den Verlauf der Arbeiten zu \u00fcberpr\u00fcfen. Vor Ort trifft der Ausbilder den Auszubildenden dabei an wie er gerade die ben\u00f6tigte Farbe anr\u00fchrt. Als der Ausbilder sieht, dass der Auszubildende das R\u00fchrholz, mit dem er die Farbe umger\u00fchrt hat, nicht wie im Ausbildungsverlauf vermittelt und schon sehr h\u00e4ufig angewendet mit einem Pinsel abstreift, sondern einen Lappen in die Hand nimmt und die Farbe abwischen will, greift der Ausbilder nach dem R\u00fchrholz und ma\u00dfregelt den Auszubildenden mit der Aussage das dieses Vorgehen falsch ist. Ausbilder und Auszubildender verlassen w\u00fctend den Raum.<\/p>\n<p>Abgesehen davon, dass dieses Vorgehen des Ausbilders methodisch nicht angemessen ist, passiert in dieser Situation m\u00f6glicher Weise eine \u00dcbertragung. Der Auszubildende sieht in dieser Situation nicht den Ausbilder in seiner Rolle des Kenntnisvermittlers oder Mentors sondern den Vater der im h\u00e4uslichen Bereich den Sohn h\u00e4ufig ma\u00dfregelt und ihn st\u00e4ndig auf seine Fehler hinweist.<\/p>\n<h4><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\"><strong>Gegen\u00fcbertragung<\/strong><\/span><\/h4>\n<p>Die Gegen\u00fcbertragung beschreibt Freud als die unbewusste Reaktion auf eine \u00dcbertragung. Gleichwohl kann sich eine Gegen\u00fcbertragung auch in einer Reaktion des Ausbilders auf den anvertrauten Auszubildenden \u00e4u\u00dfern. (vgl. Freud, 1994, S.70 ff.)<\/p>\n<p>Wenn auch die gerade beschriebene Situation mit dem Maler Auszubildenden m\u00f6glicher Weise das Ph\u00e4nomen der Gegen\u00fcbertragung beinhaltet, soll hier eine neue Situation beschrieben werden, die, die Gegen\u00fcbertragung nicht als eine Reaktion auf eine \u00dcbertragung beschreibt sondern als ein Ph\u00e4nomen das Vom Ausbilder, vom professionellen ausgeht.<\/p>\n<p>Gerade wurde in der Ausbildungswerkstatt ein Auszubildender wegen groben Regel\u00fcberschreitungen aus der Ausbildung entlassen. Aufgrund der vorangegangenen sehr bewegten Situation hat der Ausbilder den Auszubildenden, ganz besonders seine Gef\u00fchle dazu, in Erinnerung. Beim Tr\u00e4ger beginnt eine neue Berufsvorbereitungsma\u00dfnahme und nach einer Eignungsanalyse werden die Teilnehmer den Gewerken zugewiesen.<\/p>\n<p>Die Gruppe der Teilnehmer findet sich Montagsmorgens in der Werkstatt ein und es beginnt eine Vorstellungsrunde der, der Ausbilder beiwohnt. Als der dritte Teilnehmer beginnt sich vorzustellen, passiert beim Ausbilder etwas. Er bemerkt bei dem Teilnehmer eine unangemessene K\u00f6rperhaltung und unvollst\u00e4ndige Arbeitskleidung. Das nimmt der Ausbilder zum Anlass mit dem Teilnehmer gleich in eine aggressiv anmutende Auseinandersetzung zu gehen und das obwohl sich andere Teilnehmer sehr \u00e4hnlich verhalten oder unvollst\u00e4ndig gekleidet sind.<\/p>\n<p>Was ist passiert? Teilnehmer hat beim Ausbilder, vermutlich wegen einer gewissen \u00c4hnlichkeit, das Bild aber ganz besonders das emotional Erlebte aktiviert. Der Ausbilder sieht in dem Teilnehmer all den \u00c4rger und Unmut den er mit dem entlassenen Auszubildenden hatte.<\/p>\n<p>Auch wenn es sich hier um eine sehr knappe Beschreibung handelt, sollte deutlich werden, dass sich \u00dcbertragung und Gegen\u00fcbertragung in der Form voneinander abgrenzen lassen, das die \u00dcbertragung den Klienten (Teilnehmer) und die Gegen\u00fcbertragung dem Professionellen (Ausbilder) zuschreiben lassen.<\/p>\n<h4><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\"><strong>Projektion<\/strong><\/span><\/h4>\n<p>Ein Ausbilder gibt seinem 22-j\u00e4hrigen Reha-Auszubildenden, mit dem Wissen \u00fcber seine Beeintr\u00e4chtigung die in einer Lernbehinderung begr\u00fcndet liegt, eine eher niederschwellige, also einfache Aufgabenstellung. In seinem Wissen \u00fcber die Beeintr\u00e4chtigung des Auszubildenden hat der Ausbilder die Aufgabe auch entsprechend methodisch ausgestaltet. Dar\u00fcber hinaus hat der Ausbilder die Aufgabe auch noch besonders kleinschrittig gegliedert und den Zeitbedarf f\u00fcr die Erledigung der Aufgabe gro\u00dfz\u00fcgig erweitert. Der Auszubildende liefert nun nach einer erheblichen Zeit\u00fcberschreitung ein Arbeitsergebnis ab, welches nicht im Geringsten den von seinem Ausbilder gestellten Anforderungen entspricht.<\/p>\n<p>Trotz aller F\u00f6rderung, gut gew\u00e4hlter Unterweisungsmethoden, dem Wissen \u00fcber die Defizite die der Teilnehmer mitbringt und einer Engelsgeduld des Ausbilders, wird eine solche Situation etwas mit dem Ausbilder machen.<\/p>\n<ul>\n<li>M\u00f6glicher Weise wird der Ausbilder entt\u00e4uscht sein<\/li>\n<li>Vielleicht wird er auch w\u00fctend oder ver\u00e4rgert sein<\/li>\n<li>Oder auch entsetzt oder traurig<\/li>\n<\/ul>\n<p>Aber warum?<\/p>\n<ul>\n<li>Hat der Ausbilder m\u00f6glicher Weise seine Erwartungen zu hoch angesetzt?<\/li>\n<li>War der Ausbilder zu ungeduldig?<\/li>\n<li>H\u00e4tten der Ausbilder den Reha-Auszubildenden noch besser vorbereiten m\u00fcssen?<\/li>\n<\/ul>\n<p>Die beschriebenen Reaktionen des Ausbilders sind in dieser Situation eigentlich auf ihn selbst gerichtet. Aber, und das meint der Ansatz der Projektion, die Ursache f\u00fcr diese Reaktion sucht der Ausbilder nicht bei sich selbst, sondern im Handeln des Teilnehmers. Wobei er sich nicht auf die ganze Person des Teilnehmers mit seinen Kompetenzen und Defiziten bezieht, sondern sich auf sein Handeln oder Verhalten beschr\u00e4nkt.<\/p>\n<p>Um die Projektion an dieser Stelle noch ein wenig Bildhafter und nachvollziehbarer zu beschreiben soll eine Situation beschrieben werden die wohl jeder schon einmal erlebt hat oder vielleicht sogar erinnern kann.<\/p>\n<p>\u201eEntwicklungsgeschichtlich wird die Projektion mit der Neigung des Kindes zusammengebracht, das Unangenehme kurzerhand in die Au\u00dfenwelt zu bef\u00f6rdern und auszuspucken. So zieht es das Kleinkind, das sich am Tisch gesto\u00dfen hat, vor, den Tisch zu schlagen und ihm die Schuld f\u00fcr das Geschehene zuzuschreiben, anstatt sich seiner eigenen Ungeschicklichkeit bewusst zu werden. Ein solches Vorgehen stimmt mit der allgemeinen Beobachtung \u00fcberein, dass es einfacher ist, einer von au\u00dfen drohenden Gefahr zu begegnen als einer, die sich im Inneren zusammenbraut\u201c (Schacht, 1975, S. 41).<\/p>\n<p>Mit dieser Aussage und dem Wissen dar\u00fcber das sich ein Gro\u00dfteil seines Menschenbildes sich im Unbewussten verbirgt, hat er eine gute Grundlage daran zu arbeiten. Arbeiten in diesem Sinne hei\u00dft, dass er versuchen muss, sich sein Menschenbild bewusst zu machen um den Gefahren zu entgehen, wie Lore Schacht sie beschreibt.<\/p>\n<p>\u201eFalls es sich um die Projektion aggressiver Impulse handelt, bedeutet Projektion nicht nur, den Splitter im Auge des anderen und den Balken im eigenen Auge nicht zu sehen, sondern es hei\u00dft vielmehr, den Balken im Auge des anderen zu sehen, den man im eigenen Auge nicht ertragen kann\u201c (Schacht, 1975, S. 42).<\/p>\n<h2><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\"><strong>Fazit und kritischer Ausblick<\/strong><\/span><\/h2>\n<p>Mit Feststellung dar\u00fcber, dass ein Gro\u00dfteil unseres Menschenbildes sich in unserem Unbewussten verbirgt, haben wir eine gute Grundlage daran zu arbeiten. Arbeiten in diesem Sinne hei\u00dft, dass wir versuchen m\u00fcssen, uns unser Menschenbild bewusst zu machen um den Gefahren zu entgehen, wie Lore Schacht sie beschreibt. (vgl.Schacht, 1975, S.41 f.)<\/p>\n<p>Bewusstmachung meint in diesem Sinn das reflektieren von eigenen Impulsen und Affekten des Ausbilders. Hier setzt die Forderung der Reflexion der betrieblichen Ausbildungspraxis an. Reflexion meint an dieser Stelle nicht das das Nachdenken \u00fcber eine vergangene p\u00e4dagogische Situation aus Sicht des Ausbilders. Sondern vielmehr das, vielleicht auch kritische, Hinterfragen von uns selbst und unseren Gef\u00fchlen. Und zwar schon vor dem Prozess (Ausbildungs- oder \u00dcbungssequenz) und vor allen Dingen w\u00e4hrend des Prozesses. Nat\u00fcrlich dann in der \u201eklassischen Variante\u201c nach der erfolgten Ausbildungs- oder \u00dcbungssequenz.<\/p>\n<p>Mit dem Bewusst machen unseres Menschenbildes k\u00f6nnen wir uns in die Lage versetzen Ausbildungssituationen positiver zu gestalten und Interventionen sinnentsprechender anzuwenden. Und vor allen Dingen werden wir in der Lage sein dem Teilnehmer auch in ung\u00fcnstigen Situationen mit der notwendigen menschlichen Achtung gegen\u00fcber zu treten.<\/p>\n<p>Der kritische Ausblick soll an dieser Stelle nicht unterschlagen werden. Die Soziologin Rademacher hat sich in den vergangen Jahren mit dem gesellschaftlichen Wandel befasst. Sie macht f\u00fcr unser Vorhaben keine gute Prognose. Ihrer Aussage nach, sind besonderer die jungen Menschen in unserer Gesellschaft nicht mehr in der Situation ein vollst\u00e4ndiges Selbst in dem nach Freud beschriebenen Rahmen, sie nennt es Identit\u00e4t, zu entwickeln. Vielmehr sei heute jeder junge Mensch in der Situation sich dieses zusammenbasten zu m\u00fcssen.<\/p>\n<h2><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\"><strong>Literaturverzeichnis<\/strong><\/span><\/h2>\n<ul>\n<li><span style=\"font-size: 12pt;\">Eickelpasch, Rolf\/Rademacher, Claudia, 2010, Identit\u00e4t, 3. Auflage, Bielefeld, transcript Verlag<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-size: 12pt;\">Freud, Sigmund, 1994, \u00a0Abri\u00df der Psychoanalyse, Frankfurt a. Main, Fischer Taschenbuchverlag<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-size: 12pt;\">Rogers, Carl R, 2006, Entwicklung der Pers\u00f6nlichkeit. 16. Aufl., Klett-Cotta, Stuttgart.<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-size: 12pt;\">Schacht, Lore, 1975, Abwehr, In:Psychologie f\u00fcr Nichtpsychologen, 2. Aufl., Kreutz, Stuttgart.<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-size: 12pt;\">Vornheder,Oliver, 2011, Das Korsett. Fachpr\u00fcfung im Fach Heilp\u00e4dagogik an der FH Bielefeld<\/span><\/li>\n<\/ul>\n<ol start=\"8\">\n<li><strong> Eidesstattliche Erkl\u00e4rung <\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Hiermit erkl\u00e4re ich an Eides statt, dass ich die vorliegende Arbeit selbst\u00e4ndig und ohne Benutzung anderer als der angegebenen Hilfsmittel angefertigt habe; die aus fremden Quellen direkt oder indirekt \u00fcbernommenen Gedanken sind als solche kenntlich gemacht. Die Arbeit wurde bisher in gleicher oder \u00e4hnlicher Form keiner anderen Pr\u00fcfungsbeh\u00f6rde vorgelegt und auch noch nicht ver\u00f6ffentlicht.<\/p>\n<p>L\u00f6hne,___________________ ___________________________<\/p>\n<p>(Ort, Datum)\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 (Unterschrift)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Pr\u00e4gung des eigenen Weltbildes Auswirkung auf die eigene Rolle und die Handhabung des beruflichen Alltags. Einleitung Seit etwa 15 Jahren arbeite ich als Ausbilder in der beruflichen Bildung mit lernbehinderten Rehabilitanden die ich in der Folge als Teilnehmer bezeichnen werde. 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